Leben mit Kindern

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Endlich lebst Du deinen Traum – du bist liebende, glückliche Mama bzw. liebender Papa eines Adoptiv- oder Pflegekindes geworden! Der Start ins Leben war für dein Kind nicht leicht, aber jetzt ist es bei dir. Du bist stolz und dankbar, dass du das geschafft hast! Du bist stolz darauf, dass du alle Hürden auf dem Weg zu deinem Familientraum gemeistert hast und dein Kind dabei unterstützen darfst, seinen Weg ins Leben zu finden, es begleitest. Du bist bereit und gespannt, dich mit der besonderen Lebensgeschichte deines Kindes auseinander zu setzen. Du bist für es da, wenn es mit seiner Herkunft hadert. Du stehst deinem Kind dabei zur Seite, sich mit seiner Identität auseinander zu setzten und sie für sich zu klären… und das immer wieder, in jeder Phase seines Lebens.

Du bist an der Seite deines Kindes, wenn es glücklich, ausgeglichen und fröhlich ist, wenn es ihm gut geht. Und du erträgst und trägst all die Emotionen deines Kindes, wenn es ihm schwer fällt, seinen Platz im Leben zu finden, mit dem Gefühl und dem tiefen Wissen, „anders“ zu sein, als all die anderen Kinder… Du trägst und du hältst dein Kind, wenn all die heftigen Emotionen in ihm toben, wenn es an die Mama denkt, die es zur Welt gebracht hat und die es abgegeben hat. Wenn dein Kind darüber nachdenkt, warum seine Mama es nicht wollte. Wenn dein Kind es nicht verstehen kann, warum ausgerechnet seine Mama nicht für es sorgen konnte oder wollte…

WERTVOLL | Wichtig | grossartig | einzigartig

Du trägst, erträgst all das und du gibst deinem Kind bedingungslos liebenden Halt und Stütze, du gibst ihm die Bestätigung, dass es WERTVOLL, WICHTIG, GROSSARTIG ist, dass es EINZIGARTIG und uneingeschränkt LIEBENSWERT ist und du ALLES dafür tun wirst, dass es ihm gut geht.

Mit deiner Liebe und Fürsorge gibst du deinem Kind alles, was es braucht, um körperlich, seelisch und geistig wachsen und gedeihen zu können! Und dennoch gibt es diese Situationen, diese kleinen Sequenzen oder aber auch längere Phasen, in denen du spürst, dass all das nicht reicht, dass deinem Kind irgendetwas fehlt. Etwas, dass DU ihm nicht geben kannst, weil es nicht in deiner Hand liegt… du spürst, dass dein Kind etwas vermisst, dass es nach etwas auf der Suche ist, was außerhalb von dir liegt. Etwas, was außerhalb der Bindung liegt, die du mit sehr viel Liebe, Empathie und Seele in eurer gemeinsamen Zeit zu deinem Kind aufgebaut hast.

Und dies wahrzunehmen, zu spüren, zu fühlen und von deinem Kind gespiegelt zu bekommen, verunsichert dich, macht dich nachdenklich, macht dich traurig und vielleicht auch ohnmächtig, weil du spürst, dass du es nicht in der Hand hast, daran etwas zu ändern. Du trägst das tiefe Wissen in dir drin, dass du akzeptieren musst, dass, egal mit wie viel Liebe, Leidenschaft, Hingabe und Engagement du für dein Kind da bist, du eben nicht die Mama bist, die ihm das Leben geschenkt hat. Dieses Band, das auf so vielen Ebenen die seelische, geistige und emotionale Entwicklung von Kindern beeinflusst, wurde von der biologischen Mutter für dein Kind gekappt in dem Moment, in dem sie entschieden hat, sich von ihm zu trennen. Das URVERTRAUEN deines Kindes wurde für alle Zeit zerstört in dem Moment, als seine biologische Mutter entschied, dass sie ihr Kind verlassen wird. Auch, wenn dein Kind noch so jung ist, dass es dies rational nicht verstehen kann, weiß seine seelische und emotionale Instanz darum und dieses unbewusste Wissen belastet dein Kind! Es lässt dein Kind Verunsicherung und emotionalen Stress fühlen, den es weder benennen noch verbalisieren kann, den es aber dennoch intensiv fühlt und verarbeiten muss.

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